Das Rennen

20180520_152729Heute ist er da, der große Tag. Heute findet das Rennen statt. Das ganze Dorf trifft sich auf dem Sportplatz, es gibt Würstchen und Burger und natürlich Getränke. Die Kinder tummeln sich so zahlreich auf dem Spielplatz, dass ich mich frage, wo sie sich das ganze Jahr verstecken. Für gewöhnlich sind wir dort die einzigen.

Die Erwachsenen sitzen auf den extra aufgestellten Bänken, reden, lachen, essen und trinken. Ein paar stehen bereits erwartungsvoll an der Rennstrecke. Die Motoren knattern, der Geruch von Benzin liegt in der Luft.

Was ist das für ein Rennen, fragt ihr euch? Es ist ein Rasenmähertraktorrennen. Tolles Wort für Galgenmännchen. Es gibt einen Hindernisparkour, mit Wippe, Slalom und Rutschplatte. Eine Speedstrecke und einen Stärkebewerb, bei dem ein schwerer Reifen gezogen werden muss.

Durch das Mikrofon ertönt die Stimme des Moderators, es geht los. Alles versammelt sich an der Rennstrecke. Jeder Fahrer wird angefeuert, auch wenn das Wetter nicht recht mitspielt und es immer wieder ein bisschen  tröpfelt. In der Menge stehen so viele bekannte Gesichter, dass man gar nicht mehr aufhören kann, Freunde, Bekannte und Verwandte zu begrüßen. Nach jedem Durchlauf gibt es eine Pause, in der wieder gelacht, geredet, gegessen und getrunken wird. Das Hindernisrennen finde ich am spannendsten. Wie wendig die Teilnehmer ihre unterschiedlichen Gefährte um die Kurven manövrieren, geschickt über die Wippe balancieren oder über die Rutschplatte driften. Es wird verbissen gekämpft.

Schließlich ist auch das letzte Rennen vorbei und die Kinder nehmen von der Rennstrecke Besitz.

Der Himmel zieht sich schon wieder zu, die Kinder fangen langsam an, den Schabernack zu übertreiben, der richtige Zeitpunkt heimzugehen. Die Kinder maulen auf dem Weg den Berg hinauf, die kleinen dürfen noch unten bleiben, Mama ist soooo unfair. Ich lasse das an mir abgleiten, erkläre entschieden, dass es an der Zeit ist, heimzugehen, die Badewanne ruft. Der Regen bleibt aus. Vom Sportplatz klingt noch kurz Musik zu uns herauf, die wird dann aber auch abgestellt.

Auch wenn ich eigentlich nicht viel davon halte, zum Vergnügen Abgase in die Luft zu blasen, muss ich doch zugeben, dass es ein schönes Fest war.

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