Experimente

Wie viele andere Kinder, sind auch meine ein Quell der Fragen. Besonders mein Großer stellt mich immer wieder vor Herausforderungen. Wie funktioniert ein Motor? Was ist der Unterschied zwischen Diesel- und Benzinmotor? Wie heiß ist Lava? Woraus besteht sie? Wie nah kann ich an die Sonne ran, bevor ich verbrenne?

Leider liefert die erste Klasse auf die meisten dieser Fragen keine Antwort. Und so sehr ich echte Bücher elektronischen Informationsmedien vorziehe, sind letztere in diesen Fällen doch meine Rettung.

Um dem Informationsdrang meines Sohnes Futter zu liefern, sind wir regelmäßig in der Bücherei. Dort fanden wir heute einen regelrechten Schatz. Ein Buch voller Experimente für Kinder! Die Experimente sind alle auf den normalen Haushalt zugeschnitten, wir konnten also gleich loslegen!

1. Experiment: Raketenauto

Autoform aus Karton ausschneiden, auf Kartonbodenplatte befestigen, Zahnstocher als Achsen, Flaschendeckel als Räder, check! Nun zum Antrieb. Einen Luftballon mittels Klebeband am Strohhalm befestigen, Strohhalm mittels, richtig, Klebeband am Pappauto befestigen, Luftballon durch Strohhalm aufblasen und… leider gar nix. Vermutlich liefen unsere Räder nicht richtig rund, obwohl die Zahnstocherachsen extra in Strohhalmhülsen steckten, für bessere Beweglichkeit. Oder unser Luftballon war zu klein und lieferte so nicht genügend Schub. Egal, gegen die enttäuschten Gesichtchen muss dringend ein Erfolg her!

2. Experiment: Schleim

Wie wäre es mit Schleim? Sieht einfach aus, alles Nötige ist vorhanden. Die Kinder sind sofort Feuer und Flamme. Auch die Kleine ist gleich mit dabei. Zuerst dürfen sie gemeinsam die Lebensmittelfarbe aussuchen. Der Große will eine „interessante“ Farbe, also nicht einfach rot oder blau oder gelb. Die Kleine schlägt orange vor, bingo! Weil ich nicht auf einen Satz 500g Maisstärke verpulvern will, müssen sich die Kinder mit einem Drittel der Menge zufrieden geben. Also mischen wir. Rote und gelbe Lebensmittelfarbe, Schampu, Maisstärke und etwas warmes Wasser. Erst ist das ganze sehr klumpig und bröselig, doch nach und nach wird es zähflüssig. Der Große hat schon ein neues Wort gelernt, Viskosität.

Kurz darauf ist der Schleim fertig. Mit leuchtenden Augen versenken beide ihre Finger in der leuchtend orange glänzenden Masse. Dank der Stärke zieht sich das Zeug wie Honig, lässt sich aber gleichzeitig mit wenig Aufwand wieder von den Händen streifen. Außerdem lernen die beiden, dass der Schleim unter Druck fest wird und wieder zähflüssig, sobald der Druck schwindet. Im Nullkommanichts haben sie Kugeln gerollt, die sie nun an meine weißen Küchenfronten schleudern. Meistens bleibt der Schleim kleben. Wenn er runter fällt, hinterlässt er orangene Flecken. Die Kinder sind begeistert. Dank der Stärke sind auch die Arbeitsplatte und der Fußboden vollen orangener Krümel. Meine Kinder sehen ohnehin schon wie orangene kleine Monster aus. Aber sie haben einen Riesenspaß, was kümmert mich da das bisschen Dreck? Immerhin riecht der Schleim gut, ist ja mit Schampu.

Zum Schluss füllen wir unseren Schleimi, wie die Kleine ihn liebevoll getauft hat, in ein Glas mit Deckel. Angeblich soll er bis zu einem Monat halten. Ich muss meinen Mann noch warnen, dass ihn keiner morgen heimlich in Schulranzen oder Kindergartentasche packt!

Schlaf gut Schleimi, bis morgen.

3. Experiment: unsichtbare Tinte

Eigentlich sind schon beide bettfertig, da flitzt der Große nochmal schnell in die Küche und presst eine Zitrone. Zufällig sind gerade welche im Kühlschrank. Er muss unbedingt noch dieses letzte Experiment durchführen. Weil er sicher schneller im Bett ist, wenn ich nicht diskutiere, lasse ich ihn. Mit einem Pinsel zieht er Zitronensaftlinien auf ein Blatt Papier. Als er fertig ist reicht er mir seine Schatzkarte. Morgen muss ich sie im Backofen sichtbar machen. Nun endlich, gute Nacht!

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