Der Giftzwerg

Es war einmal ein kleiner Giftzwerg, der wohnte, unentdeckt und gut versteckt, in einer dunklen Ecke der Waschküche. Vor dem Eingang zu seinem Loch, das einmal einer Maus gehört hatte, standen einige alte Putzeimer und ein alter Besen. Die versteckten sein Loch gut.

Als der Giftzwerg das erste Mal in die Waschküche gekommen war, hatte er so einen Trubel veranstaltet und solch ein Gezeter, dass die Maus schnell das Weite gesucht hatte. Dem Giftzwerg war das Recht gewesen, so hatte er es sich in ihrem Loch gemütlich machen können.

Der liebste Zeitvertreib des Giftzwergs war es zu schimpfen, zu nörgeln und zu meckern. Er hatte deswegen nicht viele Freunde. Die anderen Tiere, die sich in den Ecken und Winkeln der Waschküche eingenistet hatten, gingen ihm so gut sie konnten aus dem Weg. Und wenn sie es doch nicht vermeiden konnten, mit ihm zu sprechen, verabschiedeten sich sich immer schnell wieder.

Einige Waschküchenbewohner hatten ab und zu Mitleid mit dem Giftzwerg, aber das legte sich nach einer Begegnung mit ihm immer schnell wieder.

Wer wohnte außer dem Giftzwerg in der Waschküche? Da waren zunächst einmal die Spinnen Suse, Jule und Nele. Außerdem die Kellerasseln Jochen und Jürgen und schließlich die Motten Karl, Klaus und Klara.

Eines Tages hörten die Tiere in der Waschküche den Giftzwerg lauter und heftiger schimpfen als je zuvor. Die Motte Klara wagte sich näher heran und als der Giftzwerg vor sein Loch trat, fiel sein Blick direkt auf sie. „Was glotzt du denn so blöde!“, herrschte er sie an. „Entschuldigung“, stammelte Klara, „ich dachte, du bräuchtest vielleicht Hilfe. Es klang, als hättest du vielleicht ein Problem.“ „Unsinn“, fauchte der Giftzwerg böse,  „das einzige Problem hier bist du, weil du dich in meine Angelegenheiten einmischst! Ich kann kein neugieriges Volk vor meinem Loch brauchen!“ „Aber“, versuchte es die Motte noch einmal. „Nichts aber!“, fiel ihr der Giftzwerg ins Wort. „Ich will nichts hören, scher dich weg!“

Da brach Klara in Tränen aus und flog schluchzend hinauf an die Wand. Sie war gekränkt, hatte sie es doch nur gut gemeint. Und sie war zornig, auf den garstigen Giftzwerg und auf sich selbst, weil sie so empfindlich war. Aber was half es? Es half gar nichts. Der Giftzwerg schimpfte und zeterte noch den ganzen Nachmittag, und erst das Geräusch von Schritten auf der Treppe ließ ihn endlich verstummen.

Die nächsten Tage machten die Tiere in der Waschküche einen großen Bogen um den Giftzwerg und die Motte Klara schwor sich, ihn von nun an zu ignorieren.

Bald gibt es mehr vom Giftzwerg.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s