Die traurige Raupe

Es war einmal eine kleine dicke grüne Raupe, die fraß sich den lieben langen Tag durch ein Blatt nach dem anderen. Jeden Tag wurde sie deswegen ein bisschen größer und dicker.

Eines Tages sah sie zufällig in die Luft. Da zog über ihr gerade ein Schwarm Vögel am Himmel vorüber. Die kleine Raupe runzelte die Raupenstirn und sagte sich: „Die habens gut, da oben am Himmel. Keine Sorge in der Welt, einen Tag hier, einen Tag dort. Ich sitze hier fest und krieche immer nur von einem Blatt zum nächsten. Ach wäre ich doch auch ein Vogel!“

Und die Raupe begann bitterlich zu weinen. Sie heulte und schluchzte bis zum Abend und hörte erst auf, als sie einschlief. Am nächsten Morgen erinnerte sie sich an ihr Elend und schluchzte weiter. Vor lauter Weinen vergaß sie sogar zu fressen!

Gegen Mittag kam ein Vogel in den Baum geflattert, in dem die Raupe vor sich hin jammerte. Angelockt von dem Geräusch flog der Vogel zur Raupe hin. Er setzte sich neben die Raupe auf einen Ast und betrachtete sie eine Weile. Und dann, schnapp!, fraß der Vogel die Raupe auf.

Und die Moral von der Geschichte: es hilft nichts, über Dinge zu jammern, die man ohnehin nicht ändern kann. Das macht manches nur schlimmer.

Und manche, die man bewundert, sind nur darauf aus, einen zu fressen.

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