Heute mal was Schräges

Es war einmal ein Nasenpopel. Ein klebriger, salziger gelber Popel. Der saß in der Nase eines niedlichen kleinen Mädchens. Der Nasenpopel hatte ein Problem. Er langweilte sich ganz fürchterlich. Wie gern hätte er einmal die große weite Welt gesehen, deren Gerüche täglich an ihm vorbeizogen. Da gab es salzig-würzige Gerüche nach Brathähnchen, cremig-schwere Düfte nach Sahne und Pudding, fruchtige Düfte, süße Düfte, scharfe und feurige Düfte. Es gab auch unangenehme Grüche nach Käsefüßen, Kuhmist oder Mülleimer. Aber der Nasenpopel genoss jeden einzigen dieser Düfte.

Eines Tages kam mal wieder ein feurig-scharfer Duft vorbei und kitzelte das kleine Mädchen in der Nase. Sie musste zwar nicht Niesen, doch das Kitzeln in der Nase störte sie gewaltig. Darum schob sie ihr kleines Zeigefingerchen in ihre Nase und bohrte ein wenig darin herum.

Als der Popel das Fingerchen sah, begriff er, dass das seine Gelegenheit war. Und ohne auch nur eine Sekunde darüber nachzudenken, klebte er sich an dem Finger fest.

Als das kleine Mädchen genug gepopelt hatte, zog sie ihr Fingerchen wieder aus der Nase. Da saß der Popel drauf. Das kleine Mädchen sah ihn an und wollte ihn eben in den Mund stecken, da hörte sie ihre Mutter kommen. Das kleine Mädchen wusste, die Mutter würde schimpfen, wenn sie sehen würde, wie sie den Popel äße. Außerdem wäre das das Ende des Popels gewesen. Also zuckte sie ein wenig wehmütig die Schultern und schnippte den Popel weg. Der Popel tat einen Juchzer und sprang in die große weite Welt.

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