Wie die Piranhas begannen, die Umwelt zu retten

Das Aquarium mit Horst, Blacky und Pitbull stand wie gesagt im Wohnzimmer. Im Wohnzimmer stand auch unser Fernseher. Vom Aquarium aus hatten Lulus Haustiere einen perfekten Blick auf die Glotze.

Ich habe ja schon erzählt, dass die Piranhas uns bestens verstehen konnten und sogar sprechen gelernt hatten. So wird es euch nicht weiter wundern, dass die drei liebend gerne fernsahen. Es bot ihnen in ihrem langweiligen Aquarium eine willkommene Abwechslung. Natürlich hatten sie meistens keinen Einfluss darauf, was im Fernseher lief. Sonst wäre alles vielleicht anders gekommen.

Mama sah am liebsten irgendwelche Dokumentationen über den Klimawandel, die Tierwelt der Antarktis, die Naturvölker im Regenwald und so weiter. Wenn Horst, Blacky und Pittbull statt dessen mit uns Tom&Jerry hätten gucken können… aber wir durften ja nicht fernsehen.

Als Lulu das erste Mal das Aquarium reinigen wollten, merkten wir, wie aufmerksam unsere Fische das Fernsehprogramm verfolgten. Lulu hatte die Scheiben gesäubert und gerade den Schlauch ins Aquarium gehängt, um einen Teil des Wassers abzulassen. Horst, Blacky und Pitbull musterten das Arrangement misstrauisch. Ein paar Luftblasen zerplatzten an der Wasseroberfläche. „Was wird das denn?“, erkundigte Horst sich argwöhnisch. „Keine Angst, ihr bekommt nur frisches Wasser“, beruhigte Lulu ihn. „Und was passiert mit dem alten Wasser?“, hakte Pitbull nach. „Das leer ich ins Klo“, antwortete Lulu.

Horst, Blacky und Pitbull glotzten Lulu empört an. „Das kannst du doch nicht machen!“, meldete sich Blacky. „Wir müssen unsere Ressourcen schonen!“, „Wasser ist kostbar!“, und „So eine Verschwendung!“, blubberten alle durcheinander.

„Und was soll ich jetzt machen?“, fragte Lulu ratlos. „Wollt ihr in eurem Dreck versumpfen?“

Das wollten sie nicht und so schwiegen alle einen Moment. Da musste ich als großer Bruder eingreifen. „Wie wäre es, wenn wir das alte Wasser zum Blumen gießen verwenden?“, schlug ich vor.

Die Fische überlegten kurz, dann grinsten sie breit. „Das wäre fein“, stimmten sie zu. So wurde es also gemacht und alle waren zufrieden. Wir wussten allerdings noch nicht, dass dies nur der Anfang sein sollte…

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